SCHMERZPRAXIS
Dres.
Rolf Leeser
Martin Krumbeck

Ärzte für Anästhesie, Spezielle Schmerztherapie

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97980 Bad Mergentheim

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ARTHROSESCHMERZ
weiterer Suchbegriff: chronischer Arthroseschmerz

Manche Autoren verwenden den Begriff "Gelen k art hrose". Der Zusatz "Gelen k-" kann aber unterbleiben, da der Begriff "Ar throse" ohnehin vorwiegend degenerative Gelenkerkrankungen verschiedenster Ursache bezeichnet.

Die Ar throse ist zunächst eine Erkrankung des Gelenkknorpels, im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer Umbildung des knorpelnahen Knochens, einhergehend mit dem typischen Arthroseschmerz, Schwellungen, Bewegungseinschränkung und Deformierung der Gelen ke. Zunächst bestehen nur Bewegungsschmerzen und später tritt ein Ruheschmerz hinzu.

Das Risiko, eine Ar throse und damit eine Arthroseschmerz zu bekommen, ist sehr hoch, vor allem im Alter. Bei über 70-jährigen Menschen ist bereits zu 80% eine Ar throse vorhanden, während nur 4% der 20-jährigen eine Ar throse haben, Frauen sind häufiger betroffen.

Man unterscheidet bei der Ar throse zwei Formen:

  1. Idiopathische Ar throse oder primäre Ar throse. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Gelenks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung. Die Ursache ist nicht bekannt.

  2. Sekundäre / symptomatische Ar throse nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. die rheumatoide Arthritis (= Gelenkentzündung), kongenitale Luxationen (= angeborene Gelenkausrenkungen), Frakturen (= Brüche) gelenknaher Kn ochen (posttrauma tische Ar throse), idiopathische (= ohne erkennbare Ursache entstandene) Nekrosen (= örtlicher Gewebstod) des Gelenkkopfes, Überlastungen (Kniegelen ke beim Fliesenleger), aber auch per manente Fehl belastungen z.B. bei Feh lstellung der Be i ne (X - oder O -Be ine) oder voraus gegangene Gelenksentzündungen (Arthri tis).
    Zur Prävention
    (= Vorbeugung) eines Arthroseschmerz es sollten deshalb bei Fehlbelastungen präarthrotische (= einem Arthroseschmerz vorausgehenden, einen Arthroseschmerz begünstigenden) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

Bei derdeformierenden (= verunstaltenden) Ar throse (Arthrosis deformans) bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses von Tragfähigkeit und Belastbarkeit. Betroffen sind vor allem das Hüft- und Kniegelen k.

Eine Ar throse der Unkovertebralgelen ke (= "Halbgelenke" an der Halswir belsäule zwischen einem Vorsprung der Deckplatte und der Abschlußplatte benachbarter Wirbelkörper), die sog. Uncarthrose bzw. Unkovertebralarthrose, kann zu einem Arthroseschmerz in der Halswir belsäule bzw. zu einem Zervikal-Syndrom führen.

Ein Arthroseschmerz der kleinen Wir belgelenke hpts. im Le ndenbereich verspürt man im Rüc ken, an der Wirbelsäule. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem sog. Facetten-Syndrom.

In den letzten Jahren hat die operative Behandlung bei Arthroseschmerz große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:

Die Behandlung mit Hyaluronsäure hat sich als wirksame Therapie bei einem Arthroseschmerz etabliert. Speziell für die Behandlung der kleinen Synovialgelenke (= echtes Gelen k , also mit Gelenkspalt, Gelenkkapsel und Gelenkschmiere) gibt es eine Mini-Fertigspritze (1 ml Natriumhyaluronat).

Offenbar haben Menschen mit einem niedrigen Selenspiegel ein erhöhtes Risiko, an Ar throse zu erkranken, bzw. unter einem Arthroseschmerz zu leiden. Das haben Mediziner der University of North Carolina in Chapel Hill herausgefunden. Über ihre Studie an 940 älteren Probanden berichteten Joanne Jordan und ihre Kollegen diese Woche auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology in San Diego (Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/wissenschaft/501617.html). Danach müßte eigentlich eine prophylaktische (= vorbeugende) Einnahme von Selen (in jedem Supermarkt erhältlich) die Ausbildung einer Ar throse und damit des Arthroseschmerz es zumindest verzögern.

Nicht wenige Patienten mit einem Arthroseschmerz kommen zum Schmerztherapeut, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne, spezielle Schmerztherapie verfügt gerade bei einem Arthroseschmerz über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.

Schmerztherapie bei Ar throse:

Medikamentöse Schmerzbehandlung bei
Ar throse:
Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und subaku t (= eher schleichend verlaufend) können bei einem Arthroseschmerz zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei zusätzlichen, schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.

Manchmal ist aber auch ein
Arthroseschmerz nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®) (= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei einem
Arthroseschmerz eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch bei einem chronische
n Arthroseschmerz wirksam) (z.B. Do xepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bei einem Arthroseschmerz:
Bei einem anhaltenden
Arthroseschmerz sollten rechtzeitig alternative Me thoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (= örtlichen Betäubungsmittel) (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei werden die schmerzhaften Gelen ke wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert.
Schmerzhafte Gelen
ke können auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Ner ven- bzw. Leitungsblockaden in Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*.

Ner ven und Nervengeflechte:

zugehörige Gelenke:

Plexus brachialis:

Ellen bogen, Hand- und Fingergelenke,

mit der retrograd hohen Variante kann

auch das Schultergelenk erreicht werden

Plexus lumbalis (mittels

N. femoralis-Katheter):

Hüftgelenk

N. femoralis:

Kniegelenk

N. ischiadicus:

Fußgelenke

Grundsätzlich wird das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei einem stärkeren Schmerz durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) überhaupt erst möglich werden. Diese Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt.
Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei
Ar throse nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend). Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs.

Aktuell schreibt die Deutsche Ar throse-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen Art hrose in der fte? Schmer zen in der fte können in vielen Fällen auf Durchblutungsstörungen hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere Art hrose des Hüftgelenks."

* Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Kathe ter wird der dünne Ku nststoffschlauch vorübergehend (z.B. 14 Tage lan g) dicht an Nervengeflechte bzw. den bet roffenen Nerven eingepflanzt. Die Ein pflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanü le hindurch, es muß also nicht „aufgesch nitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täg lich, jeweils nach Abklingen der vorangegan genen Dosis, das örtliche Be täubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fäl len kann zur Verabreichung des ört lichen Betäubungsmittel durch den Katheter hin durch auch eine kleine Pumpe angeschlossen w erden. Nach neueren Erkenn tnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehand lung auch das sog. Schmerzgedächt nis zu löschen, auch bei ein em Arthroseschmerz.

Physikalische Behandlung bei Art hrose:
Neuerdings führen wir bei einem
Arthroseschmerz der Fußgelenke einschl. Sprunggelenke zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis-Therapie durch. Die Un terschenkel des Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz pulssynchron (= in Abhängigkeit vom Pulsschlag) zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (= im Takt mit dem Pulsschlag) Gefäßtraining, das zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung führt und diese ja wirkt einer Ar throse kausal (= ursächlich) entgegen.
Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier: www.1-avk.de
(einfach anklicken).


Auch eine Elektrostimulation kann bei einem
Arthroseschmerz eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem betroffenen Gelen k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit eiem
Arthroseschmerz empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls einen chronische n Arthroseschmerz lindern, gleiches gilt für die Wärmekammer.
Auch die Magnetfeldtherapie ist bei der Diagnose Arthroseschmerz
eine gute Indikation (=Anzeige).
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einem
Arthroseschmerz nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten. Nahezu unverzichtbar ist aber bei einem Arthroseschmerz die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Maßnahmen zur Schmerztherapie bei Art hrose:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei einem chronischen
Arthroseschmerz ist auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Wenn ein Arthroseschmerz längerfristig besteht, ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Kommt man um eine O peration (künstlicher Gel enkersatz) nicht herum, weil z.B. durch blutungsfördernde Maßnahmen nicht, oder zu spä t eingeleitet wurden, so bieten die Methoden der modern en Schmerztherapie optimale Vorausse tzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (AH B) bzw. Anschlußrehabilitation. Meh r darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach ank licken).


Die Schmerzpraxis ist auch für die Schmerzklinik am Arkauwald tätig

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

Teilweise übernehmen auch Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften die Kosten. Zu weiteren Informationen (Behandlungsformen, Beantragung der Kostenübernahme bei den verschiedenen Kostenträgern, Schmerzambulanz usw.) gelangen Sie hier: http://www.schmerz.com/konzept-und-kostentraeger (einfach anklicken).

Wenn Sie weitere Fragen haben, schicken Sie uns einfach ein kurzes Mail: schmerz@schmerz.com. Wir antworten prompt.

Infos (z.B. Prospekt) können Sie zu jeder Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am Wochenende!
Tel.: +49 (0) 7931 - 545-0 * Fax: +49 (0) 7931 - 545-131

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Aktualisiert:>22.09.2009</> a&bl90-
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